Regenwasserbeseitigung in Köln-Niehl.

Teilinstandsetzung der Kölner Zoobrücke

Mit dem Anschluss von Teilen des ehemaligen ESSO-Geländes an die öffentliche Kanalisation vergrößert sich das Einzugsgebiet der vorhandenen Regenwassereinleitung Geestemünder Straße im Kölner Stadtteil Niehl. Im Rahmen der Abwasserbeseitigungspflicht soll das Baugebiet auf dem ESSO-Gelände durch die Stadtentwässerungsbetriebe Köln entwässerungstechnisch erschlossen werden. Das Regenwasser aus dem Industriegebiet ist gemäß der geltenden Rechtsprechung als behandlungspflichtig zu betrachten. Es soll vor der Einleitung in den Rhein durch eine Regenwasserbehandlungsanlage mechanisch gereinigt werden.

Im ersten Abschnitt, welcher von Januar bis Juni 2007 dauerte, wurde ein 1.050 Meter langes Teilstück des neuen Kanals vorgetrieben, wobei am Ende dieser Strecke momentan die Regenwasserbehandlungsanlage mit Pumpwerk realisiert wird. Der zweite Abschnitt mit 870 Metern dauerte von September 2007 bis Januar 2008. Die vorgetrieben Rohre DN 3400 haben eine Wandstärke von 0,50 m. Im Zuge der Baumaßnahme wurden von September 2007 bis Mai 2008 in zeitlich nicht zusammenhängenden Einsätzen Öffnungen hergestellt um den Vortrieb mit zuvor vertikal abgeteuften Stahlbetonrohren DN 3400/DA 4400 zu verbinden. Diese Rohre dienen als Schächte um Revisionen durchführen zu können. Insgesamt wurden auf einer Strecke von fast 2 Kilometern 11 dieser Öffnungen hergestellt, wobei eine der ersten Öffnungen, die herzustellen war, fast 700 Meter vom Einstiegspunkt entfernt ist.

Die gesamte Ausrüstung musste von Hand und mit fahrbahren Hilfsmitteln durch den Kanal transportiert werden. Die Öffnungen haben eine Breite von bis zu 2,00 m und eine Höhe von bis zu 3,00 m, wobei der obere Bereich als Rundbogen und vereinzelt auch als Elipse ausgebildet werden muss. Das ausführende Unternehmen, die Karlheinz Döhler GmbH & Co. KG aus Erftstadt, entschied sich für die Seilsägetechnologie, sowohl bei den geraden Schnitten, als auch bei den Rundbögen und den Elipsen. Als erstes wurde die aussenliegende Stahlummantelung des Vortriebs mittels Schweißbrenner aufgetrennt und entfernt, um diese nicht unnötig kostspielig mit dem Sägeseil zu durchtrennen, so dass im nächsten Arbeitsgang die Kernbohrungen zur Seildurchführung und zur Montage der Zirkelsäge hergestellt werden konnten. Daraufhin wurden mittels Zirkelsäge die Rundbögen und die Elipsen hergestellt. Hierbei konnten die gewünschten Radien genau eingestellt und die Säge mit wenig Aufwand justiert werden.

Obwohl es sich um einen Beton höchster Güte handelte, konnten die Sägearbeiten mittels Kleinspeicher-Seilsäge zum Ausbau des Betons in den unteren Bereichen der Öffnungen ohne Probleme durchgeführt werden. Pro Öffnung wurden circa 600 bis 800 cm² Armierung im Durchmesser 10 und 12 mm längs durchtrennt, wobei die verwendeten Sägeseile eine gute Schnittleistung erzielten. Um den Ausbau und den anschließenden Abtransport zu erleichtern wurde das Abbruchgut in 4 Blöcke zerteilt. Nachdem alle Sägearbeiten abgeschlossen waren, wurden die Betonblöcke mit einem Hubzug aus den Öffnungen gezogen. Hierfür wurde eine spezielle Stahlkonstruktion angefertigt, welche unter Hilfestellung eines Baggers in die vertikalen Rohre neben dem Kanal montiert wurden. Nachdem die Betonblöcke herausgezogen wurden, konnten Sie mit einem Seilbagger aus dem Rohr gezogen und auf Containerfahrzeuge verladen werden.

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